Ketevan Zhorzholiani

Ketevan Zhorzholiani (Leibniz School of Education) bietet jedes Semester das Vertiefungsangebot Werkstatt Plus an. Sie hat mehrere Vorträge in der Werkstatt und in der Reihe »mittwochs um vier« gehalten. Ihr Aufsatz zu Integrationskursen findet sich im 2019 erschienenen Sammelband »Sprache, Flucht, Migration«.

ZUR PERSON

Ketevan Zhorzholiani war nach ihrem Germanistikstudium in Kutaissi, Georgien, zunächst als Deutschlehrerin und Lektorin für deutsche Sprache in Kutaissi tätig. Nach ihrer Auswanderung nahm sie ein Promotionsstudium an der Leibniz Universität Hannover auf. Acht Jahre lang war sie Lehrbeauftragte für Deutschkurse an der Universität Hildesheim. Seit mehr als einem Jahrzehnt wirkt sie als Beraterin für Sprachkurse, Dozentin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache sowie als Prüfungsbeauftragte für TestDaF und lizenzierte Prüferin für telc B1/B2 an der Volkshochschule Hildesheim. Aktuell konzipiert und führt sie im Projekt LeibnizWerkstatt das Zusatzqualifizierungsangebot Werkstatt Plus durch.

VORTRÄGE IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

Spätsommerwerkstatt, 2016
(a) Sprachprüfungen für den Hochschulzugang

Eine vorläufige Analyse des Bildungshintergrunds von Asylbeantragenden fördert einen hohen Anteil an Personen zutage, die angeben, vor ihrer Flucht ein Gymnasium oder eine Hochschule besucht zu haben. Dass diese Personen ihre Bildungsbiographien an deutschen Hochschulen fortsetzen, ist durchaus annehmbar und wünschenswert. Doch welche Hürden müssen überwunden und welche sprachlichen Voraussetzungen erfüllt werden, bevor man als Bildungsausländer_in an deutschen Hochschulen zugelassen wird? Die Formate und Niveaustufen der Sprachprüfungen, die für den Hochschulzugang erforderlich sind, werden in diesem Vortrag vorgestellt.

WiSe 2016/17
(b) Schreiben in der Fremdsprache bzw. Zweitsprache 

Die Fähigkeit zur selbstständigen Textproduktion stellt für Zweit- und Fremdsprachenlernende eine besonders große Hürde dar, da es neben dem sicheren Umgang mit sprachlichen und grammatischen Mitteln ein hohes Maß an Planung, Elaboriertheit, Kompaktheit und Explizitheit erfordert. Der Schreibprozess umfasst Phasen des Planens, Formulierens und Überprüfens und setzt darüber hinaus Ausdrucks-, Kontextualisierungs-, Antizipations- und Textgestaltungskompetenzen voraus. Die Entwicklung der Schreibkompetenz verläuft dabei vom inhaltsbezogenen, über leserorientierten bis hin zum epistemischen Schreiben. Zu berücksichtigen ist hierbei die Spezifik einzelner Operatoren und Unterschiede zwischen schriftlichem Erzählen, Beschreiben, Argumentieren usw. Für Zweit- und Fremdsprachenlernende ist das selbstständige Produzieren ganzer Texte daher mit doppelter Belastung verbunden, da zu den oben genannten Phasen des Schreibprozesses das Übersetzen hinzukommt. Ein sensibler Umgang mit formalen Fehlern sowie erstsprachenbasierten Textmustern seitens der Lehrkräfte ist für die Ausbildung und Entwicklung der Schreibkompetenz genauso maßgeblich wie methodisch-didaktische Kenntnisse.

WiSe 2018/19
(c) Heißgehasste Fertigkeit – (Briefe-)Schreiben in den Integrationskursen

Seit dem »langen Sommer der Migration« (Kasparek/Speer 2015) ist Deutschland um über eine Million Zugewanderte reicher geworden, deren Weg zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt über die Integrationskurse und den Deutsch-Test für Zuwanderer führt. Leider wird die Anzahl der Lernenden, die diese Prüfung bestehen, immer geringer. Grund hierfür ist u. a. unzureichende Schulbildung und fehlende Erfahrung mit der Schriftkultur. Besonders beim Schreiben haben die meisten Teilnehmenden der Integrationskurse erhebliche Schwierigkeiten und brauche gezielte Förderung. Worin genau diese Probleme bestehen und welche Lösungen es dafür gäbe, wird in diesem Vortrag aufgezeigt.

BEITRAG IM SAMMELBAND 2019

Integrationskurse: Wandel durch Migrationspolitik [Beitrag 17]

Keywords

  • Integrationskurse,
  • Deutsch als Zweitsprache,
  • Neuzugewanderte,
  • Schriftlichkeit,
  • Schreibprozess,
  • Migrationspolitik.

Abstract

»Die Grundlage des Beitrags bilden drei in den 1990er-Jahren in Israel erhobene narrative Interviews mit ehemaligen »Seit der Einführung der Integrationskurse im Jahr 2005 hat sich die Beschaffenheit der Teilnehmendengruppen verändert. Besonders stark ist diese Veränderung seit 2015 zu spüren, denn durch die Einreise mehrerer hunderttausender Flüchtlinge – darunter vieler Jugendlicher – wurde die anfängliche Überzahl an Altzugewanderten durch die der Neuzugewanderten abgelöst. Dies hat Auswirkungen auf den Unterricht und die Unterrichtsgestaltung sowie auf Ergebnisse der Abschlussprüfungen, die sich immer weiter verschlechtern. Dabei sollte man im Kontext der zunehmenden Zahl junger Zugewanderter mit teils klaren Bildungs- und Berufswünschen versucht sein, geeignete Kursformate zu konzipieren, die sie besonders fördern würden, um das auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geforderte sprachliche Niveau zu erreichen. Als Voraussetzung dafür gelten ausgebildete schriftsprachliche Fertigkeiten, deren Spezifika und Entwicklung in diesem Beitrag u. a. analysiert werden.« (Ketevan Zhorzholiani 2019: 345)