Prof. Dr. John Peterson

John Peterson hat einen Vortrag zu Mehrsprachigkeit in der Reihe »mittwochs um vier« gehalten.

ZUR PERSON

John Peterson ist Professor für Allgemeine Sprachwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seine Hauptforschungsgebiete sind vor allem Mehrsprachigkeit, Sprachkontaktphänomene sowie die Erforschung der Sprachen Indiens aus verschiedenen Sprachfamilien, die seit Jahrtausenden miteinander in engem Kontakt stehen.

VORTRAG IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

WiSe 2017/18
Mehrsprachigkeit als Hindernis? Mehrsprachigkeit als Ressource!
Mythen vs. Fakten zum Thema »Sprache und Migration«

Um kaum ein anderes Thema ranken sich so viele Mythen wie um die Mehrsprachigkeit, d.h. um das Beherrschen zweier oder mehrerer Sprachen. Da aber das Thema Sprache und Migration – und damit auch Mehrsprachigkeit – inzwischen eine zentrale Rolle in der Diskussion um die Integration hier lebender Menschen mit Migrationshintergrund spielt, ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihm zwingend notwendig geworden: Unser Verständnis der Mehrsprachigkeit bildet die Basis für alle bildungspolitischen Entscheidungen zu diesem Thema, Entscheidungen, die oft weitreichende Folgen haben. 

In seinem Vortrag setzt sich Herr Peterson mit einigen dieser Mythen auseinander wie etwa »doppelter Halbsprachigkeit« oder angeblichen »Sprachen ohne Grammatik« und zeigt, warum uns »der gesunde Menschenverstand« oft zu Schlussfolgerungen führt, die aus wissenschaftlicher Sicht unhaltbar und mitunter sogar schädlich sind. Schließlich zeigt er ein Beispiel dafür, wie man Mehrsprachigkeit auch im Klassenzimmer nicht als Hindernis, sondern als Ressource einsetzen kann, um Schülerinnen und Schüler – sowohl mehrsprachige als auch einsprachige – zu motivieren und sprachliche Strukturen zu erläutern.