Dr. Andrea Daase

Andrea Daase (Universität Bremen) hat einen Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier« gehalten.

ZUR PERSON

Andrea Daase hat Deutsch als Fremdsprache, Spanien- und Lateinamerikastudien und Soziologie an der Universität Bielefeld sowie Sozialpädagogik an der FH Bielefeld studiert und – nach vielfältigen Berufserfahrungen als Lehrkraft in (berufsbezogenen) DaZ-Kursen sowie der Kurskoordination und -konzipierung bei einem Wohlfahrtsverband und in der Arbeitsverwaltung – an der Universität Bielefeld zu Sprachsozialisationserfahrungen in den Beruf promoviert. Im Sommersemester 2019 vertritt sie die Professur Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache an der Universität Bremen. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache im Kontext von Schule, Ausbildung und Beruf sowie Soziokulturelle Theorie der Zweitsprachenerwerbsforschung.

VORTRAG IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

SoSe 2019
Zweitsprachaneignung – vermittelt über soziale Beziehungen über Kursgrenzen hinaus

Lernenden-, Bedarfs- und Handlungsorientierung gelten als grundlegende didaktische Prinzipien guten (DaZ-)Unterrichts. Aber liegen wir mit unseren Annahmen, was dies bezüglich der einzelnen Individuen sowie ihrer Einbettung im Kontext von Migration und Integration bedeutet, wirklich immer so richtig? In dem Beitrag wird herausgearbeitet, dass solche Prinzipien häufig auf einem statischen Bild von Lernenden beruht, welche diese als autonom agierende, intentionale Wesen versteht und ihre soziohistorische und ‑biographische Situiertheit sowie die Eingebundenheit ihrer Handlungen in Tätigkeitssysteme ignoriert. Ausgehend von einem soziokulturell verorteten Blick auf Lernprozesse und veranschaulicht durch Daten aus sprachbiographischen narrativen Interviews wird gezeigt, dass die Aneignung der Zweitsprache Deutsch über soziale Beziehungen vermittelt wird und in Tätigkeitssystem eingebunden ist, welche weit über Kursgrenzen hinausreichen. 

BEITRAG IM SAMMELWERK SPRACHE – BILDUNG – GESCHLECHT

Zweitsprachaneignung für den Beruf – vermittelt über soziale Beziehungen über Kursgrenzen hinaus

Keywords

  • Soziokulturelle Theorie,
  • Subjektivität,
  • Tätigkeit,
  • Berufsbezogenes Deutsch,
  • Integration,
  • Deutsch als Zweitsprache.

Abstract

»Lernenden-, Bedarfs- und Handlungsorientierung gelten als grundlegende didaktische Prinzipien guten Unterrichts – nicht nur im hier betreffenden Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Aber liegen wir mit unseren Annahmen, was dies bezüglich der einzelnen Individuen sowie ihrer Einbettung im Kontext von Migration und Integration bedeutet, wirklich immer so richtig? In dem Beitrag wird herausgearbeitet, dass solche Prinzipien häufig auf einem statischen Bild von Lernenden beruhen, welches diese als autonom agierende, intentionale Wesen versteht und ihre soziohistorische und -biographische Situiertheit sowie die Eingebundenheit ihrer Handlungen in Tätigkeitssysteme ignoriert. Für den Kontext berufsbezogener Deutschkurse für erwachsene Migrant_innen wird – ausgehend von einem soziokulturell verorteten Blick auf Lernprozesse und veranschaulicht durch Daten aus sprachbiographischen narrativen Interviews – gezeigt, dass die Aneignung der Zweitsprache Deutsch durch soziale Beziehungen vermittelt wird und in Tätigkeitssysteme eingebunden ist, welche weit über Kursgrenzen hinausreichen.« (Andrea Daase i.E.)