Prof. Dr. Christian Widdascheck

Christian Widdascheck (Alice-Solomon-Hochschule Berlin) hält einen Vortrag zur kunstpädagogischen und -therapeutischen Bedeutung in der Reihe »mittwochs um vier«.

ZUR PERSON

Christian Widdascheck ist Diplom-Kunsttherapeut und seit 2012 Professor für Ästhetische Bildung an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Er studierte freie Kunst, Wirtschaftswissenschaften und Kunsttherapie/-pädagogik an der Fachhochschule Ottersberg. Er arbeitet über 10 Jahre mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit Menschen in der Migration, unter anderem auch in Angola und Mozambique und gibt regelmäßig kunsttherapeutische Fortbildungen zum Themenfeld Migration und Transkulturalität.

VORTRAG IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

SoSe 2019
Das Potenzial künstlerischer Arbeit für Menschen in Migration

Ausgehend von einer inklusiven Perspektive auf Migration, von der aus betrachtet wir alle Migrant_innen sind, geht der Vortrag vor dem Hintergrund eines transkulturellen Paradigmas der Frage nach, wann Migration überhaupt zu einem Problem wird und welches spezifische Potenzial dann die begleitete künstlerische Arbeit für Menschen in Migration bietet? 
Hintergrund des Vortrages bildet ein mehrjähriges qualitativ-empirisches Forschungsprojekt zur kunsttherapeutischen Arbeit mit Asylsuchenden, das in Kooperation mit dem ZIPP (Zentrum für Interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie) an der Charité Campus Mitte und der KuB (Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen e.V. ) in Berlin Kreuzberg durchgeführt wurde.

BEITRAG IM SAMMELWERK SPRACHE – BILDUNG – GESCHLECHT

Menschsein in Migration und der transkulturelle Erfahrungsraum der Kunsttherapie

Keywords

  • Kunsttherapie,
  • Asylsuchende,
  • Menschen in Migration,
  • Leibphänomenologie,
  • Responsivität,
  • Leibgedächtnis,
  • Eine Erfahrung,
  • transkulturelle Praxis,
  • inklusive Perspektive auf Migration.

Abstract

»Ausgehend von einer qualitativ empirischen Arbeit zur kunsttherapeutischen Arbeit mit Asylsuchenden entwickelt der folgende Beitrag aus einer leibphänomenologischen Perspektive, in der Tradition des französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty, über das phänomenologische Verständnis der Responsivität und des Leibgedächtnisses, ein inklusives Verständnis des Phänomens Migration. Dadurch erscheint Migration dann primär nicht mehr als ein Problem der Anderen oder bei Anderen, sondern vor allem und zunächst einmal als ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Biographie selbst. Gleichzeitig gehört es in Folge zu diesem der menschlichen Biographie immanenten Migrationsprozess, dass er immer wieder auch zu Krisenmomenten führen kann. Für diese Krisenmomente ist, wie der Beitrag abschließend ausführt, die kunsttherapeutische Arbeit als eine transkulturelle Praxis, eine adäquate psychotherapeutische Methode.« (Christian Widdascheck i.E.)