Dr. Mihaela Iclodean

Mihaela Iclodean hat mehrere theaterpädagogische Workshops in der Werkstatt angeleitet und einen Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier« gehalten. Ihr Aufsatz zu Theater aus psychoanalytischer Sicht findet sich im 2019 erschienenen Sammelband »Sprache, Flucht, Migration«.

ZUR PERSON

Mihaela Iclodean, aus Rumänien, kam zu Studienzwecken nach Deutschland. Nach einem Jahr Deutschunterricht studierte sie Sozialpsychologie, Soziologie und Anglistik. Parallel erhielt sie das Zertifikat Ästhetische Bildung und Gestaltung im Bereich Theater und Theaterpädagogik an der Universität Hannover.Von 2009 bis 2014 hatte sie eine Fest- anstellung als Musiktheaterpädagogin an der Staatsoper Hannover inne. Nach ihrer Dissertation im Fach Soziologie zu Interkulturellem Theater und Psychoanalyse arbeitet sie wieder freischaffend.

WORKSHOPS IN DER WERKSTATT UND VORTRAG IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

Werkstätten seit 2015
(a) Geflüchtetsein: Ein theaterpädagogischer Zugang

Wie ist es, sich fremd und unsicher zu fühlen? Diese Frage thematisiert der Workshop, indem theaterpraktische Spiele und Übungen erprobt und reflektiert werden. Auf diese Weise können die Teilnehmenden Grenzen erfahren und damit umgehen, es werden ihnen Perspektivwechsel und verschiedene Erfahrungen von Distanz und Nähe ermöglicht. Die Übungen zeigen, wie völlig ohne Sprache eine gewisse Intimität entstehen kann. Der Workshop liefert zudem viele praktische Tipps und Anregungen, wie man die Spiele auf den Sprachunterricht übertragen kann. Dabei stehen stets das gemeinsame Erleben und der Spaß im Vordergrund, es können durch Methoden der Theaterpädagogik aber auch so grundlegende Dinge wie Ausspracheschulung und Wortschatzarbeit unterstützt werden.

WiSe 2018/19
(b) Wo Ich bin, bist auch Du. Spielerische Zugänge zu Fremdheit im Kontext der gegenwärtigen Flüchtlingssituation

Im Kontext einer schnellen gesellschaftlichen Veränderung, bei der Migrant_innen und Geflüchtete eine immer brisantere Rolle spielen, befasst sich der vorliegende Beitrag mit drei von der Autorin geleiteten Theaterprojekten, bei denen der Fokus auf der eigenen Stimme der o. g. Zielgruppe liegt. Bei einem von ihnen handelt es sich um ein langjähriges interdisziplinär-empirisches Forschungsprojekt, welches zur Entwicklung einer autobiografischen Methode führte. Das Vierphasenmodell, welches eine Verflechtung der biografischen theaterpädagogischen Methode Köhlers und der Spieltheorie Winnicotts ist, wird vorgestellt. Zwei weitere Projekte belegen die Anwendbarkeit des von der Autorin entwickelten Modells in Bezug auf Selbstreflexion und Sprachunterricht. Dabei wurde die Psychoanalyse als ein weiteres Analyse-Instrument herangezogen. Hierbei handelt es sich um ein Verständnis der Psychoanalyse jenseits der Couch – also in einem nicht-therapeutischen Kontext –, im Sinne einer nicht-pathologisierenden Haltung gegenüber den Teilnehmenden. 

BEITRAG IM SAMMELBAND 2019

Wo Ich bin, bist auch Du. Spielerische Zugänge zu Fremdheit im Kontext der gegenwärtigen Flüchtlingssituation [Beitrag 18]

Keywords

  • Interkulturell,
  • Theater,
  • (auto-)biografisch,
  • Psychoanalyse,
  • Ästhetik,
  • Pädagogik,
  • Geflüchtete,
  • Spiel,
  • Unterricht und Sprache.

Abstract

»Im Kontext einer schnellen gesellschaftlichen Veränderung, bei der Migrant_innen und Geflüchtete eine immer brisantere Rolle spielen, befasst sich der vorliegende Beitrag mit drei von der Autorin geleiteten Theaterprojekten, bei denen der Fokus auf der eigenen Stimme der o. g. Zielgruppe liegt. Bei einem von ihnen handelt es sich um ein langjähriges interdisziplinär-empirisches Forschungsprojekt, welches zur Entwicklung einer autobiografischen Methode führte. Das Vierphasenmodell, welches eine Verflechtung der biografischen theaterpädagogischen Methode Köhlers und der Spieltheorie Winnicotts ist, wird vorgestellt. Zwei weitere Projekte belegen die Anwendbarkeit des von der Autorin entwickelten Modells in Bezug auf Selbstreflexion und Sprachunterricht. Dabei wurde die Psychoanalyse als ein weiteres Analyse-Instrument herangezogen. Hierbei handelt es sich um ein Verständnis der Psychoanalyse jenseits der Couch – also in einem nicht-therapeutischen Kontext –, im Sinne einer nicht-pathologisierenden Haltung gegenüber den Teilnehmenden.« Iulia Mihaela Iclodean 2019: 371