Dr. Catharina Peeck-Ho

Catharina Peeck-Ho (Universität Kiel) hat zwei Vorträge  in der Reihe »mittwochs um vier« gehalten.

ZUR PERSON

Catharina Peeck-Ho arbeitet derzeit im Bereich Gender & Diversity Studies an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich u. a. mit den Verbindungen von Citizenship und Zugehörigkeit vor dem Hintergrund aktueller Migrationsbewegungen. Zuvor war sie im Bereich Soziologische Theorie am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover tätig und hat ihre Dissertation über die Rolle von Geschlecht in der britischen Antiterrorstrategie abgeschlossen. Weitere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gender Studies, Feministische Theorien, Sicherheitspolitik und Soziale Bewegungen.

VORTRAG IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

SoSe 2017
(a) Geschlecht, Klasse, Ethnizität und…? Intersektionalität als Perspektive auf die Migrationsgesellschaft

Das Konzept Intersektionalität schließt an feministische Debatten um die vielfältigen Diskriminierungen von Frauen unterschiedlicher Positionierung an. Sie haben Stichworte wie »triple oppression« oder Mehrfachunterdrückung hervorgebracht und die Kategorien Geschlecht, Klasse und Rasse/Ethnizität thematisiert. Intersektionalität verwirft diese Strukturkategorien nicht, verweist aber darauf, dass sie miteinander verwoben, situativ unterschiedlich wirksam und mit anderen Kategorien (z. B. Alter, Behinderung, sexuelle Orientierung) verknüpft sein können. Daran anschließend setzt sich der Vortrag mit der Frage auseinander, wie Intersektionalität als Perspektive auf die Migrationsgesellschaft nützlich ist. Anhand des Beispiels muslimischer Frauen soll diskutiert werden, wie Ungleichheiten im Hinblick auf ihre Wechselwirkungen analysiert werden können und welche politischen Strategien daraus entstehen können.

WiSe 2019/2020
(b) Citizenship zwischen Stadt und Nationalstaat: Die Aushandlung von Zugehörigkeit am Beispiel der Debatte um San Franciscos Status als ›Sanctuary City‹

Citizenship, also die Möglichkeit sich auf staatsbürgerliche Rechte zu berufen und gesellschaftlich teilzuhaben ist in den USA heute ein stark umstrittenes Feld, das eng mit Fragen der Zugehörigkeit vernüpft wird. Die Versicherheitlichung von Migration ist dabei nichts Neues, dennoch wurden Stimmen, die die Themenfelder Sicherheit und Migration miteinander verbinden und letztere als Gefahr verstehen, mit der Präsidentschaft von Donald Trump gestärkt. Die Debatte um die so genannten ›Sanctuary Cities‹, also Städte die den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen explizit auch für Menschen ohne Papiere ermöglichen, reflektiert diese Entwicklungen und weist auf Konflikte zwischen lokaler Ebene und Nationalstaat. Am Beispiel der Stadt San Francisco werden diese Konflikte um Zugehörigkeit und öffentliche Sicherheit untersucht. Sie geben nicht nur Aufschluss über die Entwicklungen in den USA, sondern schaffen auch eine Grundlage für aktuelle Diskussionen um den Umgang mit Geflüchteten und Menschen ohne Papiere in Europa.