Prof. Dr. Paul Mecheril

Paul Mecheril hat mehrere Vorträge aus rassismustheoretischer und migrationsgesellschaftlicher Sicht in der Reihe »mittwochs um vier« gehalten.

ZUR PERSON

Paul Mecheril ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Migration an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld. Zuvor war er als Universitätsprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (2011-2019) sowie der Universität Innsbruck (2008-2011) tätig. An der Universität Münster promovierte er in Psychologie, an der Universität Bielefeld habilitierte er sich im Fach Erziehungswissenschaft. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen, Macht und Bildung.

Letzte Buchveröffentlichungen: Mecheril, P., Karakasoglu, Y. & Goddar, J. (2019): Pädagogik neu denken! Die Migrationsgesellschaft und ihre Lehrer_innen. Weinheim: Beltz; Dirim, İ. & Mecheril, P. u. a. (2018). Heterogenität, Sprache(n), BildungDie Schule der Migrationsgesellschaft. Bad Heilbrunn: Klinkhardt/UTB; Gottuck, S., Mecheril, P. Grünheid, I. & Wolter, J. (Hg.) (2018). Sehen lernen und verlernen. Perspektiven pädagogischer Professionalisierung. Wiesbaden: Springer VS.

VORTRÄGE IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

SoSe 2017 & WiSe 2017/18
a) Für solidarische Bildung in der globalen Gesellschaft. Migrationspädagogische Überlegungen
(b) Solidarische Bildung weitergedacht. Migrationspädagogische Überlegungen 

»Migration« ist ein grundlegendes Kennzeichen der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die mit Migrationsphänomenen einhergehenden Wandlungsprozesse betreffen hierbei nicht allein spezifische gesellschaftliche Bereiche, sondern vielmehr Strukturen und Prozesse der Gesellschaft im Ganzen. Problembeschreibungen sind hierbei charakteristisch für das Verhältnis von Pädagogik und Migration. In meinem Vortrag möchte ich zunächst diese Herausforderung genauer skizzieren und anschließend den Ansatz der Migrationspädagogik vorstellen. Migrationspädagogik kann als Einladung zu einer Praxis des Denkens, Sprechens und Handelns verstanden werden, die versucht, Dominanzverhältnisse der Migrationsgesellschaft zu erkennen und Bedingungen zu erkennen, die es möglich machen, dass weniger Dominanz erforderlich ist. Die Frage, was es wohl hieße in der Migrationsgesellschaft gebildet zu sein, steht im Mittelpunkt meines Vortrags. 

SoSe 2018
(c) Das Allgemeine können. Migrationspädagogische Professionalität

Migration ist ein grundlegendes Kennzeichen gesellschaftlicher Wirklichkeit. Die mit Migrationsphänomenen einhergehenden Wandlungsprozesse betreffen hierbei nicht allein spezifische gesellschaftliche Bereiche, sondern vielmehr Strukturen und Prozesse der Gesellschaft im Ganzen. Problembeschreibungen sind hierbei charakteristisch für das Verhältnis von Pädagogik und Migration. Pädagogisches Handeln und pädagogische Institutionen scheinen sowohl unter der Perspektive Handlungsfähigkeit als auch unter dem Gesichtspunkt Legitimität durch die migrationsgesellschaftliche Wirklichkeit grundlegend herausgefordert zu sein. In dem Vortrag wird herausgearbeitet, dass diese Herausforderung eine Reflexionschance auf das Allgemeine pädagogischen Handelns und pädagogischer Institutionen darstellt. Für eine Pädagogik der Migrationsgesellschaft, so könnte es vor diesem Hintergrund heißen, reicht es sozusagen aus, das Allgemeine zu können. Dieses Allgemeine ist nun aber kein von Differenz bereinigtes Allgemeines. Die Differenz steht dem Allgemeinen nicht gegenüber, sondern muss vielmehr als das Allgemeine verstanden werden.

WiSe 2018/19
(d) Warum Sprache verletzen kann. Rassismustheoretische Überlegungen

Der bundesdeutsche Innenminister bezeichnet Migration als Mutter aller Probleme. Ist das rassistisch? Ist dies herabwürdigende Rede? Und wenn, wer wird dadurch abgewertet, wer aufgewertet? Rassismus – dies darf als rhetorischer Konsens in der deutschsprachigen Öffentlichkeit gelten – ist etwas “Schlechtes”. Gleichwohl existieren an rassistische Denk- und Empfindungsschemata anschießende Praktiken und verletzen, z. B. durch Sprache. Da Sprechen als soziale Praxis Teil gesellschaftlicher Verhältnisse ist und diese auch von Rassismen vermittelt sind, werden durch sprachliche Praktiken herabwürdigende Bilder. In meinem Vortrag will ich u. a. solchen Fragen nachgehen: Wann ist Sprechen rassistisch? Wer legt dies wie fest? Ab wann sind Sprechverbote legitim? Wer legt diese fest? Wer setzt diese durch? Wie kann vermieden werden, dass der Diskurs über Rassismus selbst zu einem rassistischen Diskurs wird?

WiSe 2019/2020
(e) Pädagogisches Können in der Migrationsgesellschaft

›Migration‹ ist ein grundlegendes Kennzeichen gesellschaftlicher Wirklichkeit. Schulpädagogisches Handeln und schulpädagogische Institutionen scheinen sowohl unter der Perspektive Handlungsfähigkeit als auch unter dem Gesichtspunkt Legitimität durch die migrationsgesellschaftliche Wirklichkeit grundlegend herausgefordert zu sein. Diese Herausforderung verstehe ich als eine Reflexionschance in Bezug auf das Allgemeine pädagogischen Handelns und pädagogischer Institutionen. Für eine Pädagogik der Migrationsgesellschaft, so könnte es vor diesem Hintergrund heißen,  reicht es sozusagen aus, das Allgemeine zu können. Worin dieses Allgemeine besteht, soll im Vortrag angesprochen werden. Hierbei spielt die Frage, was es wohl hieße in der Migrationsgesellschaft gebildet zu sein, keine unwesentliche Rolle.