Prof. Dr. Julia Gillen

Julia Gillen (Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung) leitet das Projekt LeibnizWerkstatt als Direktorin der Leibniz School of Education. Sie hat zwei Vorträge in der Reihe »mittwochs um vier« gehalten. Ihr Beitrag findet sich im 2019 erschienenen Sammelband »Sprache, Flucht, Migration«.

ZUR PERSON

Julia Gillen ist seit September 2011 Professorin für Berufspädagogik: Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung an der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. An der Leibniz Universität Hannover ist sie zudem Direktorin der Leibniz School of Education. Zu ihren Forschungs- und Lehrschwerpunkten an der Professur für Berufspädagogik mit dem Schwerpunkt Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gehören Kompetenzentwicklung und Kompetenzerfassung in schulischen und betrieblichen Kontexten sowie Fragen der Qualität und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung

VORTRÄGE IN DER REIHE »MITTWOCHS UM VIER«

SoSe 2017
(a) Berufliche Aus- und Weiterbildung als zweite Chance? Herausforderungen für den Umgang mit Diversität und die Arbeit mit Geflüchteten  

Trotz aller bildungspolitischen Absichtserklärungen ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland eine Gleichzeitigkeit von Bildungsexpansion und sozialer Ungleichheit von Bildungschancen zu konstatieren. Auch für die berufliche und betriebliche Weiterbildung ist festzustellen, dass sie einem Selektions- und Segmentationsmechanismus unterliegt und damit exkludierende Wirkungen des Bildungssystems fortgeschrieben werden. Im Vortrag erfolgt eine Beschreibung und Analyse der Bedingungen und Möglichkeiten zur Weiterbildung für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Dabei wird mit Blick auf die soziale Ungleichheit und Weiterbildungsbeteiligung geprüft, welche Gruppen in welchem Umfang an Weiterbildung teilhaben.  

Zentrale Fragen des Vortrags sind: 

  • Welche Maßnahmen sind wirkungsvoll, um Weiterbildungsbeteiligung auf allen Bildungsebenen zu befördern?
  • Welche Konsequenzen können vor diesem Hintergrund für die Arbeit mit Geflüchteten gezogen werden?

SoSe 2018 
(b) Integration durch Ausbildung und Beruf – Essentials, Erfahrungen und Systematisierungsansätze

Die Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beruf über die Erstausbildung stellt derzeit ein zentrales Handlungsfeld der Berufsbildung dar. Inzwischen lassen sich in Forschung, Entwicklung und bei der Umsetzung von Programmen wesentliche Essentials herausarbeiten und zukünftige Herausforderungen benennen. Im Beitrag soll dies sowohl hinsichtlich der Subjektperspektive als auch in Bezug auf strukturelle Fragen des Ausbildungssystems erfolgen.

BEITRAG IM SAMMELBAND 2019

Berufliche Weiterbildung als zweite Chance? Herausforderungen für den Umgang mit Diversität und die Arbeit mit Geflüchteten [Beitrag 15]

Keywords

  • Berufliche Ausbildung,
  • berufliche Weiterbildung,
  • Bildungsgerechtigkeit,
  • Selektion,
  • Integration.

Abstract

»Die Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beruf über die Erstausbildung stellt derzeit ein zentrales Handlungsfeld der beruflichen Aus- und Weiterbildung dar. Doch auch dieser Bereich des deutschen Bildungssystems unterliegt stabilen Selektions- und Segmentationsmechanismen. Ausgehend davon sind in der beruflichen Aus- und Weiterbildung besondere Integrationspotenziale zu erkennen, während sich zugleich soziale Ungleichheit von Bildungschancen auch und besonders für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund etablieren. Im vorliegenden Beitrag wird eine Beschreibung und Analyse der Bedingungen und Möglichkeiten zur Weiterbildung für Menschen mit Migrationshintergrund vorgenommen. Er basiert im ersten Teil auf einer Studie, die die Autorin in Co-Autorenschaft für die Hans-Böckler-Stiftung erarbeitet hat. Vor dem Hintergrund eines Begriffs von sozialer Gerechtigkeit, der sowohl auf die Gleichverteilung des Zugangs zu Weiterbildung setzt als auch die Stärkung der individuellen Fähigkeiten beinhaltet, wird abschließend die Frage gestellt, inwieweit die berufliche Aus- und Weiterbildung eine zweite Chance in individuellen Biographien darstellen kann und welche spezifischen Integrationspotenziale sowie Maßnahmen und Instrumente sich dafür aktuell ausweisen lassen.« Julia Gillen 2019: 309