Yildiz Sahinde Demirer

Yildiz Sahinde Demirer (Integrationsmanagement) hat mehrere Vorträge und erlebnispädagogische Workshops zu Asylpraxis, Grenzerfahrung, Projekte für weibliche Geflüchtete in der Werkstatt angeboten.

ZUR PERSON

Yildiz Sahinde Demirer ist in der Türkei geboren und hat Jura studiert. Wegen ihrer politischen Arbeit musste sie in den Untergrund gehen und entschied sich nach Deutschland zu fliehen. Das war die Zeit um den Mauerfall und ihr wurde zwar zügig Asyl gewährt, ihr Studium aber nicht anerkannt. Frau Demirer hat darauf Sozialarbeit studiert und nebenbei gearbeitet und zwar in den Vereinen Spokusa und bei kargah e.V. beim Krisentelefon. Zudem ist sie überzeugte Frauenrechtlerin und Lehrbeauftragte an der Hochschule Hannover. Seit 2015 ist Yildiz Demirer bei der Landeshauptstadt Hannover und seit neuem im Bereich Integrationsmanagement tätig.

 

 

VORTRÄGE IN DER WERKSTATT

Werkstätten ab 2015
(a) Asylverfahren und Praxis 

Im Fokus des Vortrags stehen die rechtlichen Grundlagen des Asylverfahrens: Auf welchen Gesetzen beruht es, wie läuft es ab und welchen Ausgang kann es nehmen? Welche Probleme kann es bei der Anhörung geben und wer kann einem helfen, sich darauf vorzubereiten? Welche verschiedenen Formen des Schutzes gibt es und was bedeutet das für die Betroffenen?  

Spezielles Augenmerk liegt dabei auf den vielen verschiedenen Abkürzungen aus dem »Amtsdeutsch«, wie BÜMA (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender), AE (Aufenthaltserlaubnis), LAB NI (Landesaufnahmebehörde) oder EASY (Erstverteilung der Asylsuchenden), die auch Ehrenamtlichen im Alltag häufig begegnen.WiSe 2018/19

(b) Flüchtlingsunterkunft und Erzählcafés: Frauen kommen zur Sprache und gestalten mit

Unter Erzählcafés können wir Gruppentreffen verstehen, die den Austausch und die Förderung von Kommunikation in verschiedenerlei Hinsicht fördern sollen. Mittlerweile haben sich glücklicherweise einige dieser Erzählcafés (oft auch in Form von Sprachcafés) etabliert. Was aber macht das Internationale Erzählcafé für Frauen so besonders? Die Antwort liegt im Namen. Die Gruppe geflüchteter Frauen, die von der Gesamtzahl der Geflüchteten in Hannover 30 % darstellt, hat wenig Möglichkeiten, adäquate Angebote wahrzunehmen. Um der Isolation vorzubeugen und die Bedürfnisse dieser Frauen aufzugreifen, wurde das Projekt ins Leben gerufen. Durch die Beschränkung auf den Besuch von ausschließlich Frauen möchte Demirer einen sicheren Raum schaffen, in dem sich frei bewegt werden kann. Nur so wird den Gruppenmitgliedern eine langsame Öffnung ermöglicht und ein Ort gegeben, ihre Schicksale und Erfahrungen zu artikulieren und mit anderen Frauen zu teilen. Neben dieser seelischen Stütze bietet das Erzählcafé auch vielfältige Aktivitäten in den Bereichen Sport, Kochen, Tanz und Sprache an. Das Fahrradfahren, der Besuch von Trommelkursen sowie der Einsatz von Kunst und Theater stellen nur einen kleinen Bereich dar, den das Projekt abdeckt.