Teilprojekte 2016

Die LeibnizWerkstatt besteht seit Herbst 2015, ihre Veranstaltungen werden fortlaufend angeboten. Dank eines einmaligen Zuschusses konnten zudem drei weitere Angebote für das Jahr 2016 ins Leben gerufen werden, die hier kurz vorgestellt werden.

ÜBERBLICK

Im Jahr 2016 lag die Gesamtleitung für das Projekt LeibnizWerkstatt weiterhin bei der Direktorin der Leibniz School of Education Prof. Dr. Julia Gillen und bei Prof. Dr. Hans Bickes vom Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Durch den einmaligen Zuschuss entstanden drei weitere Teilprojekte, die den Lehramstsstudierenden zugutekamen.

Die Teams der neuen Teilprojekte bestanden aus den jeweiligen Projektleitenden, Mitarbeitenden sowie Hilfskräften, und zwar die Fallwerkstatt (Leitung JProf. Dr. David Zimmermann, Institut für Sonderpädagogik), Sportunterricht (Leitung Dr. Steffen Schiedek, Institut für Sportwissenschaft) und LeibnizConnect (Leitung Prof. Dr. Ulrike Lüdtke, Institut für Sonderpädagogik).

FALLWERKSTATT

Von Studierenden für Studierende

Die Fallwerkstatt ist ein Reflexionsangebot von Studierenden des Instituts für Sonderpädagogik für Studierende, das Helfer_innnen in der Zusammenarbeit mit und Unterstützung von Geflüchteten begleiten und entlasten möchte. Zu diesem Zweck wurden regelmäßige Treffen angeboten, bei welchen die Erfahrungen in der Interaktion mit Geflüchteten reflektiert werden konnten. 

Auf der Flucht vor Gewalt, Krieg und Verfolgung kommen derzeit viele Menschen nach Deutschland. Die Geflüchteten haben in ihrem Heimatland und auch auf der Flucht potentiell traumatische Erfahrungen machen müssen und auch die meist unsicheren Umstände in Deutschland (bzgl. des Aufenthalts) sind sehr belastend. 

In Deutschland unterstützen viele freiwillige Helfer_innen die Geflüchteten, sei es durch Freizeit- oder Sprachlernangebote. Diese Arbeit kann bisweilen auch für die Helfer_innen sehr belastend und überfordernd sein, da sie mit den Geschichten der Einzelpersonen konfrontiert werden und auch mit Verhaltensweisen umgehen müssen, welche scheinbar schwer nachzuvollziehen sind.

  • Konzept und Ablauf der Fallwerkstatt

    Im Rahmen der LeibnizWerkstatt ist ein Angebot des Instituts für Sonderpädagogik entstanden, mit dem Studierende ihre Kommiliton_innen in der Zusammenarbeit mit und Unterstützung von Geflüchteten begleiten und entlasten wollten. 

    Dieses Angebot bestand darin, dass sich Sonderpädagogikstudierende mit Ehrenamtlichen in der Gruppe gemeinsam reflektierten, welche Erfahrungen in der Interaktion mit den Geflüchteten und welche Probleme oder Unsicherheiten eventuell aufkamen. Die Fallwerkstatt traf sich im Institut für Sonderpädagogik, Schloßwender Straße 1, Raum C103.

SPORTUNTERRICHT

Sprachförderung und Integration durch Sportunterricht

Das vom Institut für Sportwissenschaft und von der Leibniz School of Education in Kooperation durchgeführte Projekt beschäftigt sich mit dem Potenzial von Sport und Bewegung, einen unterstützenden Beitrag sowohl für den Spracherwerb als auch für die Integration im Kontext der Bildungsinstitution Schule zu leisten. Konkret steht hierbei die Betrachtung des Sportunterrichts schulischer Sprachlernklassen im Vordergrund. 

Sprachlernklassen

Sprachlernklassen bekleiden im deutschen Schulsystem eine vorbereitende Funktion: Zugewanderten Kindern und Jugendlichen bietet der Besuch einer Sprachlernklasse die Chance, beim Erwerb der deutschen Sprache eine verstärkte Förderung zu erhalten, um anschließend ein Sprachniveau zu erreichen, welches sie befähigt, dem Unterricht in einer Regelklasse zu folgen. Auch während des Besuches einer Sprachlernklasse sollen diese Schülerinnen und Schüler in zunehmendem Maße am Unterricht der später für sie vorgesehenen Regelklasse teilnehmen, um die Voraussetzungen für eine gelingende Integration der Heranwachsenden zu schaffen.

  • Konzept und Ablauf: Sportunterricht in Sprachlernklassen

    Das Projekt wurde im Rahmen einer Lehrveranstaltung am Institut für Sportwissenschaft realisiert und stand somit allen Studierenden der Sportwissenschaft ab dem zweiten Fachsemester offen. Die angehenden Sportlehrkräfte lernten in diesem Seminar, wie sprachfördernder Sportunterricht in der Praxis aussehen kann. Gleichzeitig untersuchten sie Möglichkeiten, wie man die im Sportunterricht übergeordnet zu vermittelnde Bewegung mit einer Sprachlernunterstützung von Deutsch als Zweitsprache didaktisch und methodisch verknüpfen kann. Auch im Wintersemester 2016/17 wurde das Seminar angeboten.

  • Grundbausteine des Seminars

    Folgende Grundbausteine bildeten den Ablauf des Seminars: 

    • Theoretische Einführung 
      Erarbeitung von Gütekriterien für einen sprachfördernden Sportunterricht unter Einbeziehung fachwissenschaftlicher Literatur sowie Einführung in die Grundlagen von Deutsch als Zweitsprache (typische Schwierigkeiten von Sprachlernenden etc.). 
    • Hospitation (inkl. Vorbereitung und Auswertung) 
      In Kleingruppen besuchen die Studierenden den Sportunterricht einer Sprachlernklasse. 
    • Eigene Durchführung einer Unterrichtsstunde (inkl. Planungsphase und Auswertung) 
      Die Kleingruppen leiten selbstständig den Sportunterricht der Sprachlernklasse mit besonderem Fokus auf 1-2 Gütekriterien zur Sprachförderung. 
    • Reflexion 
      Neben der Seminarauswertung erfolgt auch ein Blick auf weitere Möglichkeiten zur (Sprach-)Unterstützung von Geflüchteten (Institutionen, Akteure, Möglichkeiten des freiwilligen Engagements). 

LEIBNIZCONNECT

Das letzte Zusatzangebot, LeibnizConnect, war beim Institut für Sonderpädagogik angesiedelt und verortete sich in der Schnittstelle zu den Grundlagen und Intensivangeboten im Bereich DaF/DaZ sowie der psychosozialen Dynamik und traumapädagogischen Begleitung und Unterstützung. Das Angebot zielte auf eine Qualifizierung von Studierenden der Sonderpädagogik bezogen auf die spezifischen Anforderungen für die Sprachförderung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen bei kommunikativen Beeinträchtigungen ab.