Vortragsreihe: Menschenrechte

© LeibnizWerkstatt
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Eine kritische Perspektive auf die Menschenrechte war das Thema des Vortrags vom 08.01., mit dem Prof. Dr. Inken Heldt, Politikdidaktikerin von der Universität Kaiserslautern, die Vortragsreihe im Jahr 2020 eröffnete.

»Was kann man machen, um Menschenrechte in der Gesellschaft stärker durchzusetzen? Wie kann man Menschenrechte stärker promoten?«

Frau Prof. Heldt vertritt die These, dass wir alle den »zivil-religiösen Begriff« der Menschenrechte zwar wie selbstverständlich im Alltag verwenden, eigentlich aber keine sonderlich fundierten Kenntnisse davon haben, was sich dahinter verbirgt. Eine gewisse Idee von Sinn und Zweck der Menschenrechte sollte aber jeder_r haben, denn ohne Wissen um die Grundprinzipien besteht die Gefahr einer Instrumentalisierung.

  • Um den Interessierten diese Problemlage näherzubringen, entwickelte die Vortragende zunächst eine Definition des Begriffs der Menschenrechte, ausgehend von einer Befragung, die sie in neunten Klassen an verschiedenen Gymnasien in der Region Hannover durchgeführt hat.
  • Im nächsten Schritt befasste sich Frau Prof. Heldt näher mit der Alltagsrelevanz von Menschenrechten, indem sie den Transfer menschenrechtlicher Prinzipien auf den Alltagskontext anhand von Zitaten aus den Schüler_innen-Interviews erläuterte.
  • Ausgehend von ihren Erkenntnissen aus der Forschungsarbeit stellte die Referentin zum Abschluss ihres Vortrags einige (vorläufige) Ansatzpunkte vor, wie eine kritische Menschenrechtsbildung aussehen könnte. Diese habe beispielsweise Denkweisen transparent zu machen, die zu Ausgrenzung führen, oder auch sozial verankerte Selbst- und Fremdzuschreibungen ans Tageslicht zu bringen, die sich etwa auf Klasse, Schicht oder Milieu konzentrieren.

Generell besteht bezogen auf das Thema Menschenrechte ein nicht zu unterschätzender Nachholbedarf in der deutschen Bildungslandschaft. Es bleibt zu hoffen, dass die Arbeit von Wissenschaftler_innen wie Frau Prof. Heldt dazu beiträgt, dieses wichtige Thema prominenter auf die Agenda zu rücken, sodass ihm die differenzierte Bearbeitung zukommt, die es verdient.

(Tina Krohn)

Verfasst von Team LeibnizWerkstatt