Die Leibniz SchoolProjekteLeibnizWerkstattNewsmeldungen
Vortragsreihe: Dehumanisierung durch Metaphern

Vortragsreihe: Dehumanisierung durch Metaphern

Im vorletzten Vortrag des Wintersemesters 2019/20 begrüßte die Vortragsreihe am 29. Januar Dr. Alexa Mathias vom Deutschen Seminar, die uns einen spannenden Einblick in ihre Forschungsarbeit gab. Thema des Beitrags waren Metaphern und wie diese für eine Herabwürdigung einzelner sozialer Gruppen sorgen können.

»...ziemlich miese Metaphern!«

Zum Einstieg in den Vortrag gab uns Frau Dr. Mathias einen Überblick über die theoretischen Grundlagen ihrer Arbeit: Was sind eigentlich Metaphern und wie funktionieren sie? In diesem Rahmen ging die Vortragende auch näher auf semiotische und funktionallinguistische Aspekte von Metaphern ein, indem sie die Unterschiede zwischen Sprache als Zeichensystem und Sprache im Sinne von Sprachgebrauch anhand verschiedener theoretischer Modelle erläuterte.

Der zweite Teil des Beitrags widmete sich dem "Intergroup Conflict"-Ansatz, nach welchem Menschen stets unterschiedlichen Gruppen angehören, aufgegliedert in sogenannte Ingroups und Outgroups, welche in Kokurrenz zueinander stehen. Angehöriger einer Ingroup neigen hierbei dazu, die entsprechende Outgroup als weniger menschlich dazustellen (Infrahumanisierung) oder ihnen menschliche Qualitäten sogar vollständig abzusprechen (Dehumanisierung).

Hierzu sind, wie Frau Dr. Mathias anhand vieler Beispiele aus ihrer Forschungsarbeit eindrucksvoll demonstrierte, metaphorische Zeichen hervorragend geeignet, da sie vielfältige Konnotationen transportieren und so der Meinungsbeeinflussung dienen können. Zudem sind Metaphern auf der argumentativen Ebene sogar in der Lage, (verbale oder auch körperliche) Gewalt nachträglich oder auch im Vorfeld zu rechtfertigen oder zu dieser aufzurufen; eine äußerst brisante Kraft also, die Metaphern inne haben und die sie zu so interessanten Forschungsobjekten macht - und seien sie auch noch so mies.

(Tina Krohn)

Verfasst von Team LeibnizWerkstatt