Vortragsreihe zu Sprache, Migration und Vielfalt

Zum sechsten Mal bot die LeibnizWerkstatt im Wintersemester 2018/19 zwölf Vorträge im Rahmen der mittlerweile etablierten Veranstaltungsreihe zur Sprache, Migration und Vielfalt an. 

RÜCKBLICK

Die interdisziplinäre Reihe brachte Forschende und Didaktiker_innen aus den Sprach- und Erziehungswissenschaften, Soziologie sowie Sonderpädagogik zusammen. »mittwochs um vier« freute sich über Teilnehmende der Blockveranstaltungen des Projekts, über Schüler_innen, Studieninteressierte, Gasthörende sowie über alle weiteren Interessierten innerhalb und außerhalb der Leibniz Universität Hannover.

Grundlagenwissen zu Bildungschancen in Grundschulen, Inklusiver Schulentwicklung, Sprachbewusstheit bei Schüler_innen, Theaterpädagogik und Vergangenheitsbewältigung teilten Vortragende aus Hannover mit uns. Eingeladene aus bundesweiten und internationalen Universitäten diskutierten über Gedächtnis und kulturelle Identität, Lernberatung, Menschenrechte, sprachliche Rekonstruktion von Erinnerungsorten nach der Flucht sowie Translanguaging mit uns.

Auf dieser Seite finden Sie die Abstracts und auf weiteren Seiten die Resümees. Einige Beiträge der Vortragsreihe befinden sich im 2019 erschienenen Sammelband »Sprache, Flucht, Migration«.

Resümees

ABSTRACTS DER VORTRÄGE

  • 07.11.2018 - Ann-Kathrin Arndt (Institut für Sonderpädagogik)

    Inklusive Schulentwicklung: Grundlagen, Widersprüche und Perspektiven

    Seit der Ratifizierung der UN Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland ist die inklusive Bildung zu einem zentralen Thema geworden. In diesem Vortrag sollen theoretische Grundlagen, empirische Befunde sowie Perspektiven einer inklusiven Schulentwicklung vorgestellt und diskutiert werden. Dabei werden insbesondere die Bereiche Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung thematisiert.

    Zur Person.

    Ann-Kathrin Arndt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leibniz Universität Hannover am Institut für Sonderpädagogik (Projekt ReLInk) und an der Leibniz School of Education (Projekt Leibniz-Prinzip). Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung, (multi-)professionelle Kooperation und inklusive Lehrer*innenbildung.

  • 14.11.2018 - Jana Stoklasa (Institut für Didaktik der Demokratie)

    Umstrittenes Vermögen! Kalter Bürgerkrieg und Vergangenheitsblindheit in Wiedergutmachungsverfahren für nationalsozialistisches Unrecht (1948 bis 1968)

    1933 zerschlugen die Nationalsozialisten die deutsche Arbeiterbewegung. Der NS-Staat enteignete ihr auf rund 700 Millionen Reichsmark geschätztes Vermögen und setzte es nicht zuletzt für Verfolgung, Propaganda, Kriegsvorbereitung und -wirtschaft ein. Als dann 1948 in Westdeutschland Anträge auf Wiedergutmachung gestellt werden konnten, entbrannte ein erbitterter Kampf um Immobilien, Zeitungsdruckereien und Entschädigungszahlungen. 

    Die Aushandlungsprozesse im Rahmen dieses lange vergessenen Kapitels deutscher Nachkriegsgeschichte reflektieren wie eng In- und Exklusionsprozesse in Folge des deutsch-deutschen Kalten Bürgerkriegs mit Vergangenheitsblindheit verwoben waren. Das Beispiel von Hannovers Konsumgenossenschaft sowie den Druckereibetrieben der SPD und KPD erlaubt eine konkrete Annäherung an den diskursiven Wandel im Beziehungsgeflecht zwischen Politik, Justiz, wirtschaftlichem Wiederaufbau und Bürokratie.

    Zur Person

    Jana Stoklasa ist Historikerin und Doktorandin der Historischen Abteilung am Institut für Didaktik der Demokratie an der Leibniz Universität Hannover. Sie nimmt am wissenschaftlichen Austausch im Rahmen der Alliance for Historical Dialogues, Justice and Memory Networks am Institute for the Study of Human Rights an der Columbia University (New York City, USA) teil. Zu den Schwerpunkten ihrer Forschung zählen transitional justice und kollektive Vergangenheitsaufarbeitung.

  • 21.11.2018 - Dr. Mihaela Iclodean (Freischaffende Künstlerin)

    Wo Ich bin, bist auch Du. Spielerische Zugänge zu Fremdheit im Kontext der gegenwärtigen Flüchtlingssituation

    Im Kontext einer schnellen gesellschaftlichen Veränderung, bei der Migrant_innen und Geflüchtete eine immer brisantere Rolle spielen, befasst sich der Vortrag mit drei von der Autorin geleiteten Theaterprojekten, bei denen der Fokus auf der eigenen Stimme der o. g. Zielgruppe liegt. Bei einem von ihnen handelt es sich um ein langjähriges interdisziplinär-empirisches Forschungsprojekt, welches zur Entwicklung einer autobiografischen Methode führte. Das Vierphasenmodell, welches eine Verflechtung der biografischen theaterpädagogischen Methode Köhlers und der Spieltheorie Winnicotts ist, wird vorgestellt. Zwei weitere Projekte belegen die Anwendbarkeit des entwickelten Modells in Bezug auf Selbstreflexion und Sprachunterricht. Dabei wurde die Psychoanalyse als ein weiteres Analyse-Instrument herangezogen. Hierbei handelt es sich um ein Verständnis der Psychoanalyse jenseits der Couch – also in einem nicht-therapeutischen Kontext –, im Sinne einer nicht-pathologisierenden Haltung gegenüber den Teilnehmenden. 

    Zur Person

    Mihaela Iclodean (Hannover), M.A. Sozialpsychologin, Soziologin und Anglistin, promovierte 2015 mit der Dissertation „Interkulturelles Theater und Psychoanalyse“ im Fach Soziologie an der Leibniz Universität Hannover. Zusätzlich zu ihrem Studium erhielt sie das Zertifikat Ästhetische Bildung und Gestaltung an der Leibniz Universität Hannover. Seit 2007 ist sie Theaterpädagogin, davon fünf Jahre mit einer Festanstellung an der Staatsoper Hannover. Sie befindet sich zurzeit in der Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichen psychoanalytische Psychotherapeutin am Winnicott Institut Hannover.

  • 28.11.2018 - PD Dr. Gerd Sebald (Universität Erlangen-Nürnberg)

    Gedächtnis und kulturelle Identität

    Eines der merkwürdigsten und gleichzeitig wirksamsten sozialen Phänomene sind kollektive Identitäten. Das sind Identitätszuschreibungen für eigene oder fremde Gruppen. Im Alltag gehen wir von der Selbstverständlichkeit solcher Konstrukte aus, fühlen uns zu einigen zugehörig oder grenzen uns von den meisten anderen ab. Das gilt insbesondere bei kulturellen Kontakten, wie sie etwa in Migrationsprozessen geschehen und das sowohl auf Seiten der Einwanderungsgesellschaft als auch auf Seiten der Migrant_innen. Der Vortrag versucht, die Mechanismen dieser Konstruktionen zu analysieren, die insbesondere, so die These, in den Bezügen auf Vergangenes liegen.

    Zur Person

    Gerd Sebald arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Erlangen. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Wissenssoziologie, Mediensoziologie und soziale Gedächtnisse. Er ist Redakteur und Herausgeber in der Edition der Alfred Schütz Werkausgabe.

  • 05.12.2018 - PD Dr. Eva Kalny (Institut für Didaktik der Demokratie)

    Bildungschancen an Grundschulen verbessern

    Wie kann Zugang zu Bildung an Grundschulen für marginalisierte Kinder durch den Einsatz von Kunst und Kultur gefördert werden? - Ein im Rahmen von Erasmus+ gefördertes Projekt widmet sich dieser Frage an Hand des Beispiels der Schule Parkinson Lane in Halifax, Nordengland: sie befindet sich in einem pakistanisch geprägten Stadtviertel mit einem hohen Anteil an ökonomisch marginalisierten Familien, Englisch ist häufig nicht die Umgangssprache. Nach umfangreichen Veränderungsprozessen in der Schule, in deren Rahmen Kunst und Theater eine Schlüsselposition im Lernprozess erhalten haben, zählen die Abschlüsse der Kinder nun zu den 3% der besten des Landes. Projektpartner in Brüssel, Thessaloniki, Palermo und Hannover lernen von Parkinson Lane und setzen ausgewählte Aspekte in ihren Ländern um.

    Zur Person

    PD Dr. Eva Kalny vom Institut für Didaktik der Demokratie befasst sich theoretisch und praktisch mit unterschiedlichen Aspekten von Menschenrechten in Lateinamerika und Europa. Sie hat über soziale Bewegungen in Guatemala habilitiert und entwickelt Lehre über und gegen antimuslimischen Rassismus.

  • 12.12.2018 - PD Dr. Susanne Müller-Using (Universität Osnabrück)

    Maßstab Menschenrechte: Bildung und Empathie im Kontext von Flucht, Asyl und Diskriminierung

    Werte- und Menschenrechtsbildung sind Teil des in den Bundesländern geltenden, staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrages von Schule. 
    Sie stellt eine wichtige, humane Grundorientierung für die pädagogische Arbeit in öffentlichen Bildungsinstitutionen dar. 

    Das gilt insbesondere auch für den pädagogischen Umgang mit Vielfalt und Heterogenität in demokratisch geprägten Gesellschaften und ihren Bildungssystemen. 

    • Doch sind Lehrerinnen und Lehrer tatsächlich ausreichend in Werten und Menschen- bzw. Kinderrechten gebildet?
    • Werden sie genügend darauf vorbereitet Kinderrechte in der pädagogischen Interaktion wirksam werden zu lassen? 
    • Was sind die Grundpfeiler einer praktisch angewendeten und kinderrechtlich geprägten Pädagogik in Schulen?
    • Was sagen wissenschaftliche Studien zum Stand der Werte- und Menschenrechtsbildung in der LehrerInnenbildung sowie über die Qualität pädagogischer Beziehungen in der Schule aus? 

    Auf diese Fragen geht Dr. Susanne Müller-Using in ihrem Vortrag ein.

    Zur Person

    PD Dr. Susanne Müller-Using, aufgewachsen in Mexiko und Deutschland, ist habilitierte Erziehungswissenschaftlerin und wissenschaftliche Leiterin der interdisziplinären Forschungsstelle Costa Rica Zentrum sowie Sprecherin der interdisziplinären Forschungsstelle Werte-Bildung an der Universität Osnabrück. Ihre interkulturell vergleichenden Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Werte- und Menschenrechtsbildung (insbesondere in der LehrerInnenbildung), Pädagogische Ethik und Empathieforschung, Professionalisierungsforschung, Schul(qualitäts)entwicklung, Kreativität und individuelle Talent(e). 

  • 19.12.2018 - Prof. Dr. Eva-Maria Thüne (Universität Bologna, Italien)

    Erinnerungsorte und sprachliche Rekonstruktion

    Jede Migration bedeutet immer auch Auseinandersetzung mit der Geschichte, die dazu geführt hat. Dabei sind oft nicht die Fakten und Zahlen allein ausschlaggebend, sondern auch Orte und Dinge, die in der persönlichen Geschichte eine Rolle spielen. Durch die sprachliche Konstruktion und Rekonstruktion von Ereignissen und Erfahrungen entsteht Erinnerung, die sich im Laufe des Lebens verändern kann, und in der Orte einen besonderen Bezugsrahmen bilden. An Beispielen aus narrativen Interviews aus dem „Israel-Korpus“ (Anne Betten) und mit Kindern des Kindertransports 1938/39 soll dies verdeutlicht werden.

    Zur Person

    Eva-Maria Thüne ist Professorin für Deutsche Sprache und Sprachwissenschaft an der Universität Bologna, Italien. Ihre Forschungsinteressen sind Deutsch als Fremdsprache, Soziolinguistik, Gesprächsanalyse und Literatursprache. In ihrem kürzlich gemeinsam mit Simona Leonardi und Anne Betten herausgegebenen Band Emotionsausdruck und Erzählstrategien in narrativen Interviews. Analysen zu Gesprächsaufnahmen mit jüdischen Migranten setzt sie sich mit dem Tod der Eltern im Israel-Korpus auseinander.

  • 20.12.2018 - Prof. Dr. Paul Mecheril (Center for Migration, Education and Cultural Studies, Universität Oldenburg)

    Warum Sprache verletzen kann. Rassismustheoretische Überlegungen

    Der bundesdeutsche Innenminister bezeichnet Migration als Mutter aller Probleme. Ist das rassistisch? Ist dies herabwürdigende Rede? Und wenn, wer wird dadurch abgewertet, wer aufgewertet? Rassismus – dies darf als rhetorischer Konsens in der deutschsprachigen Öffentlichkeit gelten – ist etwas “Schlechtes”. Gleichwohl existieren an rassistische Denk- und Empfindungsschemata anschießende Praktiken und verletzen, z. B. durch Sprache. Da Sprechen als soziale Praxis Teil gesellschaftlicher Verhältnisse ist und diese auch von Rassismen vermittelt sind, werden durch sprachliche Praktiken herabwürdigende Bilder. In meinem Vortrag will ich u. a. solchen Fragen nachgehen: Wann ist Sprechen rassistisch? Wer legt dies wie fest? Ab wann sind Sprechverbote legitim? Wer legt diese fest? Wer setzt diese durch? Wie kann vermieden werden, dass der Diskurs über Rassismus selbst zu einem rassistischen Diskurs wird? 

    Zur Person

    Paul Mecheril lehrt am Institut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ist Direktor des Center for Migration, Education and Cultural Studies. An der Universität Münster promovierte er in Psychologie, an der Universität Bielefeld habilitierte er sich im Fach Erziehungswissenschaft. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen und Bildung. 

  • 09.01.2019 - Prof. Dr. Tabea Becker (Deutsches Seminar)

    »Die Zeitform verwechselt den Wort.« - Sekundarstufenschüler_innen erklären grammatische Phänomene

    Sprache ist grundlegend für unser Menschsein. So selbstverständlich sie uns aber ist, so unzugänglich scheinen doch ihre Strukturen. Grammatik stellt aus diesem Grund ein traditionelles Unterrichtsthema dar, bleibt aber meist für Schüler_innen und Lehrkräfte eine Herausforderung. In diesem Vortrag werden Interviews mit Sekundarstufenschüler_innen vorgestellt, in welchen sie gebeten wurden, grammatische Phänomene zu erkennen und zu beschreiben. Es soll dargestellt werden, welche Phänomene von ihnen überhaupt wahrgenommen werden, inwiefern sie ihr sprachliches Wissen verbalisieren können und auf welche Weise sie dies tun. Die empirische Grundlage bilden ausgewählte Daten einer explorativen Studie mit Schüler_innen (n=356) verschiedener Schulformen (Haupt- u. Realschule, Gymnasium, BBS) und Jahrgangsstufen (7, 10, 12).

    Zur Person

    Tabea Becker ist Professorin für Sprachdidaktik an der Leibniz Universität Hannover. Ihre Arbeitsbereiche umfassen Spracherwerb, Schriftspracherwerb, Early Literacy, Erzählen und Grammatikdidaktik.

  • 16.01.2019 - Prof. Dr. Jannis Androutsopoulos (Universität Hamburg)

    Translanguaging: Eine neue Perspektive auf mehrsprachige Praktiken

    Der Vortrag setzt sich mit zwei Fragen auseinander: (1) Was sind die spezifischen Unterschiede zwischen Translanguaging und anderen Konzepten der neueren soziolinguistischen Mehrsprachigkeitsforschung? (2) Was ist der Ertrag des Translanguaging-Konzepts für die empirische Untersuchung mehrsprachiger Kommunikation? In meinem Verständnis ist der Translanguaging-Begriff sowohl gegenstandsbezogen als auch theoretisch zu lesen. Er bezeichnet kommunikative Praktiken, beispielsweise im bilingualen Unterricht, die eine Bandbreite sprachlicher Ressourcen dynamisch und sprachreflexiv integrieren. Zugleich eröffnet er eine theoretische Perspektive auf das Zusammenspiel heterogener semiotischer Ressourcen über Sprach- und Modalitätsgrenzen hinweg, die Gegenstände zugänglich macht, die aus der Perspektive der Sprachkontakt- und Code-Switching-Forschung bislang marginalisiert bzw. gar nicht erst wahrgenommen wurden, darunter Praktiken des Notierens, Übersetzens, Untertitelns sowie der multimodalen Komposition. Einige davon werden an Beispielen erläutert. 

    Zur Person

    Jannis Androutsopoulos ist Professor für Linguistik des Deutschen und Medienlinguistik an der Universität Hamburg sowie von 2016-2021 Gastprofessor am Center for Multilingualism in Society across the Lifespan, Universität Oslo. Seine Forschungsschwerpunkte sind Medien- und Soziolinguistik sowie Mehrsprachigkeitsforschung.

  • 30.01.2019 - Dr. Alexis Feldmeier García (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

    Sprachlernberatung und Lernberatung

    Bei dem Vortrag geht es um Ansätze der (Sprach-)Lernberatung und um einen veränderten Blick auf Lernende. Lernprozesse im Unterricht hängen von zahlreichen Faktoren ab, von denen viele im »Gesamtsystem« der Lernenden zu verorten sind. Kenntnisse über solche Zusammenhänge sind notwendig, um ein Verständnis für schwierige Lernverläufe entwickeln zu können. Ein Einblick in bereits abgeschlossene Projekte Autonomous Literacy Learners und laufende Projekte Alphalernberatung - Sozialraumorientierte Lernberatung für funktionale Analphabeten mit/ohne Migrationshintergrund wird gegeben.

    Zur Person

    Alexis Feldmeier García studierte und promovierte im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Universität Bielefeld. Seit 2011 ist er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in der Deutschlehrerausbildung (Sprachdidaktik) tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Didaktik zur Alphabetisierung von Menschen mit Migrationshintergrund und in der Förderung von Lernendenautonomie.

  • 06.02.2019 - Ketevan Zhorzholiani (Werkstatt Plus)

    Heißgehasste Fertigkeit – (Briefe-)Schreiben in den Integrationskursen

    Seit dem „langen Sommer der Migration“ (Kasparek/Speer 2015) ist Deutschland um über eine Million Zugewanderte reicher geworden, deren Weg zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt über die Integrationskurse und den Deutsch-Test für Zuwanderer führt. Leider wird die Anzahl der Lernenden, die diese Prüfung bestehen, immer geringer. Grund hierfür ist unter anderem unzureichende Schulbildung und fehlende Erfahrung mit der Schriftkultur. Besonders beim Schreiben haben die meisten Teilnehmenden der Integrationskurse erhebliche Schwierigkeiten und brauche gezielte Förderung. Worin genau diese Probleme bestehen und welche Lösungen es dafür gäbe, wird in diesem Vortrag aufgezeigt.

    Zur Person

    Ketevan Zhorzholiani war nach ihrem Germanistikstudium in Kutaissi, Georgien, zunächst als Deutschlehrerin und Lektorin für deutsche Sprache in Kutaissi tätig. Nach ihrer Auswanderung nahm sie ein Promotionsstudium an der Leibniz Universität Hannover auf. Acht Jahre lang war sie Lehrbeauftragte für Deutschkurse an der Universität Hildesheim. Seit über einem Jahrzehnt wirkt sie als Beraterin für Sprachkurse, Dozentin für DaF/DaZ sowie als Prüfungsbeauftragte für TestDaF und lizenzierte Prüferin für telc B1/B2, zunächst an der Volkshochschule Hildesheim und zurzeit am Institut für Sprachen und Kommunikation Hannover. Aktuell konzipiert und führt sie im Projekt LeibnizWerkstatt das Zusatzangebot DaF/DaZ Werkstatt Plus durch.