Konzeptionelle Überlegungen zur tätigkeitsbezogenen Sprachförderung

Ariane Steuber (Leibniz School of Education)

»Die Alltagssprache ist der Ausgangspunkt für die weitere Sprachförderung.«
Ariane Steuber

Ariane Steuber vom Projekt Leibniz-Prinzip stellte den Zuhörenden ihr noch im Werden begriffenes didaktisches Konzept einer tätigkeitsbezogenen Sprachförderung für Berufsschulen vor. 

  • Grundsätzlich geht es Frau Steuber bei ihrer Arbeit darum, wie sich eine inklusiveSprachförderung gestalten lässt, wie die Lernausgangslagen der Lernenden ressourcen- statt defizitorientiert  beschrieben werden können, wie man praxisorientiertes berufliches Lernen und Sprachenlernen verbinden kann und wie eine möglichst individuelle Förderung ermöglicht werden kann.
  • Nach einem Überblick über die verschiedenen schulischen und außerschulischen Formen der Berufsvorbereitung in Niedersachen stellte die Referentin eine Sprachförderklasse vor, die sie im Rahmen eines Seminars mit Studierenden besucht und begleitet hat. 
  • Eine besondere Herausforderung in der Arbeit mit jungen Lernenden ist die Vermittlung der für Schule und Beruf notwendigen Bildungs- und Fachsprache. Die Berufspädagogin erläuterte in diesem Zusammenhang die Grundlagen dieses Konzepts anhand eines Beispieltexts aus einem Schulbuch und weiterer berufsbezogener Beispiele.
  • Im Anschluss wurde näher auf Möglichkeiten der Förderung eingegangen und die Umsetzung des Prinzips im Seminar vorgestellt. 
  • Abschließend warf die Vortragende einen erweiterten Blick auf Sprachkompetenzen und Möglichkeiten der Sprachförderung, wobei sie sich mit dem (Sprach-)Lernen in Praxisgemeinschaften, einem arbeits- bzw. tätigkeitsbezogenen (Sprach-)Lernen und sprachpsychologischen Aspekten befasste und verschiedene theoretische Ansätze vorstellte. 

Nach dem Vortrag war wieder Zeit für Fragen, Kommentare und Ideen. Es wurde lange und angeregt diskutiert, u.a. über die bislang unzureichende DaZ-Ausbildung von Berufsschullehrkräften, den ressourcenorientierten Umgang mit heterogenen Gruppen, die Rolle des Frontalunterrichts und Kernaspekte der Alphabetisierung, die auch bei vielen Lernenden in Berufsvorbereitungsklassen ein wichtiges Thema ist.

(Tina Krohn)