Schreiben in der Fremdsprache bzw. Zweitsprache

Ketevan Zhozholiani (Projekt LeibnizWerkstatt, Leibniz School of Education)

»Was in der Erstsprache nicht ausgebildet ist, ist schwierig in der Zweitsprache auszubilden.«  
Feststellung im Vortrag

Ketevan Zhorzholiani, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt LeibnizWerkstatt, gab den Zuhörenden einen detaillierten Einblick in Theorie und Praxis einer besonderen Herausforderung beim Erlernen einer Zweit- oder Fremdsprache: Das selbstständige Verfassen zusammenhängender Texte. 

  • Zunächst wurde der theoretische Rahmen eröffnet: Frau Zhorzholiani erläuterte die jeweiligen Charakteristika von Erstsprache, Zweitsprache und Fremdsprache, die vier Grundfertigkeiten von Sprache (das Hören, das Sprechen, das Lesen und das Schreiben), sowie die medialen und konzeptionellen Unterschiede von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
  • Anschließend wurde ein Modell des Schreibprozesses in der Erstsprache vorgestellt und dieses auf die Zweitsprache übertragen. Der Schreibprozess gliedert sich generell in die Phasen der Planung, Formulierung und Überarbeitung. In der Fremd- oder Zweitsprache kommt hier als besondere Herausforderung hinzu, dass die in der Erstsprache gemachten Überlegungen adäquat in die Zielsprache überführt werden müssen. 
  • Weiterhin wurde besprochen, in welchen Teilschritten sich die Schreibkompetenz aufbaut. In einem mehrgliedrigen Entwicklungsprozess entwickelt sich die Sprache weg von einer Ich-Zentrierung über Orientierung an Thema und Text bis hin zu adressatenorientiertem Schreiben.
  • Abschließend wurde ein authentisches Beispiel aus einer TestDaF-Prüfungssimulation untersucht und besprochen, was den Zuhörenden die große Herausforderung des Schreibens noch einmal deutlich vor Augen führte. 

Der Vortrag mündete in eine angeregte Diskussion, u.a. über den untersuchten Text, Alphabetisierung und Schreibunterricht im Allgemeinen und die Frage, was eigentlich in den verschiedenen Ländern als »guter Text« gilt. Zudem hatte Frau Zhorzholiani wie immer viele praktische Tipps für die Teilnehmenden auf Lager. 

(Tina Krohn)