Menschenrechte von Geflüchteten: 65 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention

PD Dr. Eva Kalny (Institut für Soziologie)

Rechtsstaat - »Im Asylbereich funktioniert das einfach nicht.«
Eva Kalny im Vortrag

PD Dr. Eva Kalny vom Institut für Soziologie – Kulturanthropologin, Expertin für Menschenrechte, »alte Aktivistin« und frühere Mitarbeiterin u.a. beim UNHCR – informierte die Teilnehmenden anlässlich des nahenden Tages der Menschenrechte am 10. Dezember über die auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beruhende Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) und deren Bedeutung für die aktuelle Situation – und über einen sehr aktuellen Fall von (nicht ganz) alltäglichem Behördenwahnsinn in Hannover.

  • Die Genfer Flüchtlingskonvention klärt, welche Menschen als Flüchtlinge gelten und betont, dass sie auf alle Menschen gleichermaßen anzuwenden ist. Zentrale Punkte sind die Religionsfreiheit, eine weitgehende Gleichstellung der Flüchtlinge mit der nationalen Bevölkerung im Aufnahmeland und wann eine Ausweisung nicht zulässig ist.
  • Weiterhin ging Frau Kalny auf den UNHCR und dessen Arbeit ein und präsentierte aktuelle Zahlen und Fakten zum Thema Flucht und Vertreibung.
  • Den zweiten Teil des Vortrags bildete ein Erfahrungsbericht aus dem eigenen privaten Umfeld, in welchem Frau Kalny sehr eindrücklich beschrieb, von welch massiven Problemen und Belastungen Geflüchtete betroffen sein können, wenn sie hier in Deutschland Kontakt mit den Behörden haben, und wie solche Erlebnisse zur Verfestigung von Traumata betragen können.

Der Vortrag wurde durch einen kurzen Gastbeitrag von Magdalena Wallbruch ergänzt, Teilnehmende der ersten ›Pilotwerkstatt‹ und Mitglied unserer neuen Kooperationspartnerin, der Hochschulgruppe Amnesty International, die uns von ihrer Arbeit berichtete. Während und nach dem Vortrag entstand eine Diskussion im Plenum, die sich in erster Linie um den Erfahrungsbericht drehte.

(Tina Krohn)