Diversitätssensible Bildungsarbeit – Was bedeutet das eigentlich für (angehende) Lehrkräfte?

Dr. Isabel Sievers (Leibniz School of Education)

Diversity is not about the others – it is about you.
Regine Bendl

Dr. Isabel Sievers, Migrations- und Interkulturalitätsforscherin und Referentin für Diversity Management, befasste sich in ihrem Vortrag mit aktuellen Begriffen und Diskursen um Diversität sowie der diversitätssensiblen Bildungsarbeit mit ihren Anwendungsfeldern und Konsequenzen.

  • Diversität ist ein vielschichtiges, sowohl analytisches als auch normatives, Konzept, dem eine Vielzahl von Begriffen zugeordnet werden kann und das zu einer Öffnung der Perspektive beitragen kann.
  • Anhand von aktuellen Beispielen wurde deutlich, dass Diversität auf vielen verschiedenen Ebenen anzutreffen ist, die in einem Verhältnis von wechselseitiger Abhängigkeit und Prägung stehen. Schule ist nie losgelöst von der Gesellschaft zu sehen.
    a) Auf der organisational-strukturellen Ebene sind bestehende Strukturen, Normalitätsvorstellungen u.a. mit einer sich verändernden Realität konfrontiert, wodurch sich wiederum die Strukturen verändern (können).
    b) Auf der sozial-interaktiven Ebene stellen sich die methodischen Fragen, wie Lehrende damit umzugehen hätten und wo die Anknüpfungspunkte in den einzelnen Fächern wären.
    c) Auf der individuellen Ebene ist es wichtig, auch sich selbst zu reflektieren.
  • Diversität als erweiterte Perspektive hat also drei Kernkomponenten: Fachkenntnisse, Methoden und eine reflexive Haltung, wobei die Reflexionsebene das Kernstück der diversitätssensiblen Bildungsarbeit darstellt.

Im Anschluss an den Vortrag war Raum für Nachfragen an die Vortragende; es entstand eine lebhafte Diskussion um Begrifflichkeiten, Kritik und Fallbeispiele.

(Tina Krohn)