Vortragsreihe zu Sprache, Migration und Vielfalt

Die Vortragsreihe im Wintersemester 2016/17 bot zehn anregende Beiträge an, wobei der Hauptfokus auf Sprachen in ihrer Auffächerung und ihrer Mehrschichtigkeit lag.

THEMENVIELFALT

Die Auftaktvorträge setzten sich kritisch mit den Bereichen Diversität und Differenzziehung auseinander, während sich die darauffolgenden Vorträge mit der rechtlichen wie der traumapädagogischen Komponente beschäftigten.

Die Beiträge zu Sprachbiographien und ›Papieridentitäten‹ zeigten die historische Dimension von Flucht, Migration und Sprachen auf, wohingegen weitere Vorträge jeweils unterschiedliche Aspekte der Deutschlernunterstützung kritisch und praxisnah behandelten.

Neben tätigkeitsbezogener Sprachförderung widmeten sich Mitarbeitende in der neuen Rubrik »Beiträge aus der Werkstatt« dem Schreiben in der Fremd- bzw. Zweitsprache, Kommunikationsstörungen sowie körperbezogener indirekter Sprachvermittlung über Sport in verschiedenen Altersstufen.

Referent_innen aus folgenden Institutionen waren im Wintersemester 2016/2017 eingeladen:

  • Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie,
  • Arbeitsstelle DiversitAS,
  • Deutsches Seminar,
  • Englisches Seminar,
  • Institut für Sonderpädagogik,
  • Institut für Soziologie,
  • Institut für Sportwissenschaft,
  • Leibniz School of Education und
  • Universitá di Bologna.

Auf dieser Seite finden Sie die Abstracts und auf weiteren Seiten die Resümees von allen Vorträgen.

16.11.2016

Diversitätssensible Bildungsarbeit
Dr. Isabel Sievers (Leibniz School of Education & Referentin für Diversity Management)

Der Vortrag richtet den Blick auf das Handeln pädagogischer Fachkräfte in einem von Vielfalt geprägten Bildungssystem und nimmt eine Einordnung aktueller Begriffe und Diskurse um Diversität und eine diversitätssensible Bildungsarbeit vor.

23.11.2016

Das ›Eigene‹ und das ›Andere‹
Prof. Dr. Rolf Pohl (Institut für Soziologie & Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie)

Der Vortrag befasst sich aus sozialpsychologischer Sicht mit ›dem Eigenen‹ und ›dem Fremden‹ und damit, welche Rolle die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bei den aktuellen Ausbrüchen von Fremdenhass spielen.

30.11.2016

Traumapädagogik
Christoph Müller (Institut für Sonderpädagogik)

Was können pädagogische Fachkräfte in Jugendhilfe und Schule beachten, um nicht zu einer weiteren Traumatisierung beizutragen, sondern die Kinder und Jugendlichen im potenziell traumatisierenden Prozess zu unterstützen?

07.12.2016

65 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention
PD Dr. Eva Kalny (Institut für Soziologie)

Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) beschreibt den Minimalstandard, der nötig ist, um die Menschenrechte von Geflüchteten zu schützen. Welche Rechte umfasst die GFK? Und ist sie nach 65 Jahren noch zeitgemäß?

14.12.2016

Kommunikationsstörungen
Hanna Ehlert (LeibnizConnect, Institut für Sonderpädagogik & Hochschule Hildesheim [HAWK])

Was ist, wenn der Erwerb der neuen Sprache ins Stocken gerät oder die Kommunikation ganz abbricht? Wann brauchen Kinder oder Jugendliche mehr als Förderung? Der Vortrag thematisiert Schwierigkeiten und Lösungsansätze.

21.12.2016

Sprachbiographien
Prof. Dr. Eva-Maria Thüne (Lingua e Linguistica Tedesca, Università di Bologna) 

Der Vortrag thematisiert, wie mithilfe von sprachbiographischen Erhebungen das sprachliche Repertoire in den Blick genommen werden und Sprachbewusstheit entstehen kann, welche die persönliche Mehrsprachigkeit stützt. 

11.01.2017

›Papieridentitäten‹
Prof. Dr. Ruth Mayer (Englisches Seminar) 

Der Vortrag beschäftigt sich anhand der Geschichte der chinesischen Immigration in die USA mit Strategien der Identifikation und mit Fragen der Zugehörigkeit und des Ausschlusses im Kontext von Immigrationsprozessen.

25.01.2017

Tätigkeitsbezogene Sprachförderung
Ariane Steuber (Leibniz School of Education & Projekt Leibniz-Prinzip)

Im Vortrag werden theoretisch-konzeptionelle Überlegungen für ein Konzept tätigkeitsbezogener Sprachförderung zur Annäherung an die Bildungssprache dargestellt und anhand von praktischen Beispielen illustriert.

18.01.2017

Sprachlernklassen und Sport 
Dr. Steffen Schiedek (Institut für Sportwissenschaft)

Der Vortrag soll die Chancen und Grenzen der Integrations- und Spracherwerbsförderung innerhalb des Sportunterrichts aufzeigen. Dazu werden Inhalte und Ergebnisse eines Projektes der LeibnizWerkstatt präsentiert.

01.02.2017

Schreiben in der Fremdsprache
Ketevan Zhorzholiani (Projekt LeibnizWerkstatt & Institut für Sprachen und Kommunikation, Hannover)

Der Vortrag befasst sich mit einer besonderen Herausforderung für Zweit- und Fremdsprachenlernende: Das selbstständige Produzieren ganzer Texte ist mit doppelter Belastung verbunden, da zu den Phasen des Schreibprozesses (Planen, Formulieren, Überprüfen) das Übersetzen hinzukommt.