Diskriminierung: Risiken und Schutz in Hannover: Was tun für eine diskriminierungsfreie Stadt?!

Peggy Zander (Antidiskriminierungsstelle, Fachbereich Soziales, Landeshauptstadt Hannover)

»Niemand wird diesen Menschen eine Wohnung geben – den Muslimen – den Terroristen!«
Interviewaussage, Studie ADS (2016: 14)

 Am 03.05.2027 informierte Peggy Zander, Sozialarbeiterin bei der Antidiskriminierungsstelle Hannover, die Anwesenden unter der Fragestellung »Was tun für eine diskriminierungsfreie Stadt?!« über die Risiken von und den Schutz vor Diskriminierung.

  • Zum Einstieg stellte Frau Zander einige Ergebnisse der Studie »Diskriminierungsrisiken für Geflüchtete in Deutschland« der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vor, in der Beratungsstellen hinsichtlich der ihnen gemeldeten Fälle von Diskriminierung befragt wurden. Es wurde hierbei untersucht, in welchen Lebensbereichen Diskriminierung erfahren wird, welche Formen sie annimmt, welche Auswirkungen sie haben kann und anhand welcher Merkmale Menschen diskriminiert werden. Ergänzt wurden diese Befragungen durch Interviews mit Geflüchteten, aus denen Zitate zur Illustration des Vortrags präsentiert wurden.
  • Anschließend wurde das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) diskutiert, welches seit dem Jahr 2006 in Kraft ist. Von besonderem Interesse waren dessen Ziele, Anwendungsmöglichkeiten und Probleme bzw. Leerstellen. Zudem wurde die Frage thematisiert, wie genau man Diskriminierung definieren kann. Es hat sich hier die Faustformel »Zuschreibung plus Bewertung plus Schlechterbehandlung gleich  Diskriminierung« etabliert.
  • Abschließend ging die Vortragende näher auf die Antidiskriminierungsstelle selbst ein: Ihre Aufgaben, wer sich an sie wenden kann, in welchen Fällen sie zuständig ist, wie eine Beratung genau verläuft und was jede_r Einzelne sonst noch gegen erfahrene oder beobachtete Diskriminierung unternehmen kann.

Nach dem Vortrag war wie immer Zeit für Fragen und Kommentare. Hier waren z.B. aktuelle Verbesserungsansätze – zu deren Umsetzung sich kein politischer Wille feststellen lässt – und die arbeitsrechtliche Sonderstellung der Kirchen sowie eine Änderung des niedersächsischen Gaststättengesetzes ein Thema, nach welcher Diskriminierung »an der Discotür« jetzt eine Ordnungswidrigkeit ist und als solche bei der Stadt angezeigt werden kann.

(Tina Krohn)