Flucht und Vertreibung – eine intersektionale Perspektive

PD Dr. Eva Kalny (Institut für Soziologie)

Die Menschenrechtlerin und Ethnologin Eva Kalny beleuchtete die Themen Flucht und Vertreibung aus einer etwas anderen Perspektive heraus, als es derzeit üblicherweise geschieht: Sie brachte uns das Konzept der Intersektionalität anhand von Fallbeispielen aus Guatemala, Österreich und Deutschland nahe, um die Zuhörenden für strukturelle Probleme im Zusammenhang mit Diskriminierung zu sensibilisieren: 

  • Der Begriff »Intersektionalität« ist vom englischen Wort »intersection« (Kreuzung) abgeleitet. Das Konzept ist in der feministischen Theorie beheimatet und wurde insbesondere durch die amerikanische Juristin Kimberlé Crenshaw propagiert. Es geht hierbei darum, dass in diskriminierenden Strukturen oft mehrere Einflussfaktoren eine Rolle spielen und ihre ganze Wirkungsmacht erst im Zusammenspiel entfalten. So können beispielsweise Geschlecht, Ethnizität und sozioökonomischer Status gemeinsam dafür sorgen, dass ein Mensch diskriminiert wird. Wenn nur eine dieser Dimensionen betrachtet wird, werden also bedeutsame Einflüsse ausgeblendet.
  • Im Anschluss an die theoretische Einleitung berichtete Frau Dr. Kalny von ihrer eigenen Forschungsarbeit in Guatemala, was insbesondere durch viele Fotos und Karten sehr anschaulich und eindrücklich war.
  • Den Abschluss des Vortrags bildeten Eindrücke und Erfahrungen der Vortragenden aus Österreich und Deutschland.

Nach dem Vortrag entstand (neben interessierten Nachfragen zum Thema Guatemala) eine angeregte Diskussion zwischen Vortragender und Teilnehmenden zu Fragen wie »Warum will man zurückkehren?« und »Was können wir für ‚unsere‘ Geflüchteten tun?«.

(Tina Krohn)