Pfingstwerkstatt 2018

Im Sommersemester 2018 fand die einführende Blockveranstaltung in zwei Terminblöcken statt. Der erste Terminblock lag in der Pfingstwoche und der zweite in der vorlesungsfreien Zeit. Die Teilnehmenden lernten zudem die Begleitreihe »mittwochs um vier« kennen.

PROGRAMM

  • 23.05.2018 Theaterpädagogik, Sprachlernklassen, Gesellschaftskritik

    Mittwoch, den 23.05.2018; 12:00 (s.t.) - 18:30 Uhr - Raum 506, Conti Hochhaus

    12:00 - 12:30 Uhr
    Projektvorstellung 
    Einführung 
    Radhika Natarajan (LeibnizWerkstatt) 

    12:30 - 14:30 Uhr
    Spielend verstehen und zusammen lernen
    Theaterpädagogischer Sprachzugang: Workshop mit Praxisanleitung
    Nicola Bongard (Pepperworth Produktionen)

    14:45 - 15:45 Uhr
    Literarische Texte in Sprachlernklassen
    Input und Erfahrungsaustausch
    Söhnke Post (Hannah-Arendt-Gymnasium Barsinghausen)

    16:00 - 18:00 Uhr                                                           Raum 103, Conti Hochhaus
    Über den Zusammenhang von Sexismus und Rassismus
    Vortrag bei »mittwochs um vier«
    Prof. Dr. Rolf Pohl (AG Politische Psychologie)

    18:00 - 18:30 Uhr
    Roter Faden: Erste Einsichten
    Resümee zum Bisherigen
    Radhika Natarajan (LeibnizWerkstatt)

  • 24.05.2018 Umgang mit Lehrwerken, Postkoloniale Kritik

    Donnerstag, den 24.05.2018; 12:00 (s.t.) - 18:30 Uhr Raum 506, Conti Hochhaus

    12:00 - 15:30 Uhr
    Grundlagen DaF/DaZ
    Dialogischer Input und Diskussion
    Radhika Natarajan (LeibnizWerkstatt)

    16:00 - 18:00 Uhr
    Machwitz, Sarotti und mehr - koloniales Erbe in Bildern
    Workshop und Reflexion
    Irmhild Schrader (Arbeitsstelle DiversitAS)

    18:00 - 18:30 Uhr
    Roter Faden: Zusammenhang von Sprachen und Vielfalt
    Resümee zum Bisherigen
    Radhika Natarajan (LeibnizWerkstatt)

  • 25.05.2018 Erlebnispädagogik, Deutsch mit und ohne Schrift

    Freitag, den 25.05.2018; 12:00 (s.t.) - 18:30 Uhr Raum 506, Conti Hochhaus

    12:00 - 14:30 Uhr 
    Dreimal K: #Kunst#Kultur#Kreativität
    Workshop und Reflexion
    Katja Krause (kestnergesellschaft & Sprengel Museum)

    15:00 - 17:00 Uhr
    Einsichten aus einem Migrant_innenverein 
    Werkstatt und Diskussion
    Dr. Peyman Javaher-Haghighi (kargah e.V.)

    17:00 - 18:30 Uhr                                             
    Lose Stränge und offene Fragen zu DaF/DaZ 
    Resümee und abschließende Bemerkungen
    Radhika Natarajan (LeibnizWerkstatt)

Einführung in der Pfingstwoche

Die Pfingstwerkstatt vom 23.05. – 25.05.2018 bot einen Einblick in die Grundlagen des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache, stellte kreative Möglichkeiten der Sprachvermittlung vor und befasste sich zudem mit den Rahmenbedingungen der Zwangs- und Fluchtmigration. Einige der Abstracts finden Sie auf dieser Seite zum Schmökern.

ABSTRACTS

(a) Spielend verstehen und zusammen lernen
(Nicola Bongard)

Der Workshop soll einen produktiven Austausch über verschiedene  Herangehensweisen und Methoden in der künstlerischen Zusammenarbeit mit erwachsenen Geflüchteten und deren Kindern ermöglichen. Wie geht man mit Sprachbarrieren um bzw. umgeht die klassische Aufteilung in Lernende und Lehrende, wie erreiche ich die Teilnehmenden mit einer verspielten Leichtigkeit, wie entlocke ich jenseits von Sprache den Menschen, was sie bewegt und was sie bereits mitbringen? Spielformen aus dem theaterpädagogischen und dem Bereich des kreativen Schreibens werden vorgestellt. Mögliche Themen werden eruiert, Problemstellen aufgezeigt und diskutiert, verschiedene Ansätze praktisch erprobt.

(b) »Frauenfeindlich ist doch nur der fremde Mann, oder?«
(Prof. Dr. Rolf Pohl)

Die Aufregung über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 in Köln ist heuchlerisch, solange der Sexismus in der deutschen Gesellschaft beschwichtigt, verharmlost und verleugnet wird. Auch die aktuelle #MeToo-Debatte hat daran nichts geändert. Der projektive Fingerzeig auf junge, gewalttätige und sexuell potente Männer aus »rückständigen« und »frauenfeindlichen« (muslimischen) Kulturen hat die Frauen von Köln zum zweiten Mal zum Opfer gemacht. Insbesondere bei den selbsternannten Beschützern deutscher Frauen und ihrer Unversehrtheit aus dem rechtspopulistischen und männerrechtlichen Spektrum lässt sich die enge Verbindung von Fremden- und Frauenfeindlichkeit sowie deren Verankerung in der sogenannten »Mitte« unserer nach wie vor männlich dominierten Gesellschaft aufzeigen.

(c) Einsichten aus einem Migrant_innenverein
(Peyman Javaher-Haghighi)

Der Vortrag mit Werkstattcharakter teilt sich in theoretische und praktische Teile: Er befasst sich zum einen mit dem Verein kargah e. V., dessen Geschichte, der Arbeit und seinen diversen Angeboten und geht zum anderen auf die aktuelle Situation in Flüchtlingsunterkünften ein. Dabei wird interaktiv ausgelotet, inwieweit Sprachunterricht in diesem Kontext überhaupt möglich ist. Herausgearbeitet wird außerdem, was für eine große Herausforderung das Erlernen einer fremden Sprache im fremden Land für die Geflüchteten bedeutet. Der Vortrag wird durch praktische Tipps für den Umgang mit Geflüchteten abgerundet.

(d) Machwitz, Sarotti und mehr - koloniales Erbe in Bildern
(Irmhild Schrader)

Aktueller Anlass des Workshops ist eine Petition an die Kaffeerösterei Machwitz: Damit wird sie aufgefordert, sich mit ihrer Geschichte und dem Firmenlogo auseinanderzusetzen. Solche Spuren rassistischer kolonialer Alltagsbilder sind überall präsent und werfen die Frage nach einem konstruktiv-kritischen Umgang auf. Das Beispiel des »Sarottimohr« zeigt, wie und warum eine Figur verändert wurde, undsoll Anstoß für ein gemeinsames Nachdenken sein: Mit welchen Symbolen, Redensarten, Spielen sind wir vertraut, die ebenfalls diskriminierende Inhalte transportieren? Wie können wir passende Alternativen entwickeln? Die Teilnehmer_innen sind herzlich eingeladen, weitere Beispiele mitzubringen.

(e) Dreimal K: #Kunst#Kultur#Kreativität
(Katja Krause)

In Wort, Bild, Papier und Farbe stellt eine Kunstvermittlerin und Kleinkünstlerin anschaulich ihr kreatives Arbeitsumfeld in Hannover vor. Katja Krause berichtet über ihre Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kunstmuseen wie dem Sprengel Museum Hannover und der kestnergesellschaft. Sie stellt Kunst- und Theaterprojekte an Grundschulen sowie in Einrichtungen der Stadtteilkulturarbeit vor und gewährt den Interessierten damit einen Einblick in ein künstlerisch und kunstvermittelndes Tätigkeitsfeld. Kern des Workshops ist die praktische Erprobung verschiedener kunstpädagogischer Methoden in Kleingruppen, ergänzt durch eine Reflexionsphase.